In einem verschneiten Wald scheinen lauter kleine Lichter aufzublinken.

Das war das Jahr, das war: 2018

Schon wie­der ist ein Jahr um. Auch wenn es vie­le ande­re, und viel­leicht auch bes­se­re Momen­te gäbe um inne­zu­hal­ten, will ich doch die­ses Alt­jahrs­abend nut­zen, um auf das abge­lau­fe­ne Jahr zurück­zu­bli­cken, ehe ich mich in das neue Jahr stür­zen wer­de.

Wie 2019 wird, kann ich nicht sagen. Wie der Jah­res­rück­blick wird, weiß ich aber recht gut … (… sag­te er, bevor er tat­säch­lich schrieb, was ihr nun lesen könnt). Ich habe also den Rück­blick von 2017 (sie­he auch: 20162015201420132012) wie­der aus der Gara­ge geholt, ihn gerei­nigt und gefet­tet und die alten Ant­wor­ten durch neue ersetzt. In die­sem Sin­ne: Abfahrt!

Mehr Koh­le oder weni­ger? Unge­fähr gleich viel. Was ich vom Finanz­amt zurück­be­kam, ging an ande­rer Stel­le wie­der aus mei­nen Hän­den

Mehr aus­ge­ge­ben oder weni­ger? Unge­fähr gleich viel. So einen Fahr­rad­dieb­stahl gibt es nicht umsonst.

Mehr bewegt oder weni­ger? Womög­lich etwas mehr. Da waren schö­ne Stun­den auf dem Rad dabei, aber auch nicht ganz so schö­ne Abflü­ge von sel­bi­gem.

Der schöns­te Moment? Zum ers­ten Mal seit vie­len Jah­ren wie­der auf einer Büh­ne gestan­den zu haben.

Das ein­drück­lichs­te beruf­li­che Erleb­nis? Die Betriebs­rats­wahl zu orga­ni­sie­ren. Kaum zu glau­ben, wie viel Spaß das machen kann (und welch tol­le Men­schen man dabei ken­nen­ler­nen kann).

Der hirn­ris­sigs­te Plan? Mit dem Rad auf den Spu­ren des Eifel­steigs wan­deln zu wol­len. Hat­te ich nicht noch letz­tes Jahr gedacht, ich wäre jetzt Bike­packing-taug­lich? Naja. So eine Nacht im Wald, wenn wil­de Tie­re Geräu­sche machen, belehr­ten mich kurz eines Bes­se­ren (und lie­ßen mich mei­ne Gren­zen ein wenig ver­schie­ben).

Die gefähr­lichs­te Unter­neh­mung? Mit dem Rad ein­kau­fen zu wol­len. Eigent­lich woll­te ich ja nach der Arbeit nur nach Ven­lo zum Albert Hei­jn. Da die Bahn aber ande­rer Mei­nung war, soll­te es dann Roer­mond wer­den. Am Ende wur­de es weder das eine noch das ande­re, weil sich mir die deutsch-nie­der­län­di­schen Gren­ze bei Swalmen in den Weg warf. Dass es mir nach einem mut­maß­lich film­rei­fen Abflug bes­ser ging als mei­nem Rad, war aber auch das ein­zig Gute dar­an.

Der bes­te Sex? Jou.

Die teu­ers­te Anschaf­fung? Ein neu­es Rad (mal wie­der). Was man halt so holt, wenn man sich das ande­re steh­len lässt.

Das leckers­te Essen? Ein Abend in Aar­hus bei Lang­hoff & Juul. Auch wenn es im vori­gen Jahr bei Clau­dia und Debo­rah in der Can­ti­net­ta Wine & Pas­ta in Ams­ter­dam West aus Grün­den noch schö­ner war, will ich auf Lang­hoff & Juul nichts kom­men las­sen. Es pass­te ein­fach alles.

Das beein­dru­ckends­te Buch? „The Guil­ty Femi­nist“ von Debo­rah Fran­ces-White. Wann wird man beim Lesen eines empowern­den Sach­buchs bzw. Plä­doy­ers für Femi­nis­mus schon von ande­ren Per­so­nen dar­auf gefragt, was einen so erhei­te­re? Die­ses Buch ist wie der ihm zugrun­de lie­gen­de Pod­cast: ein­fach eine Wucht: wit­zig, klug, sach­lich und mit­rei­ßend – und das ganz ohne erho­be­nen Zei­ge­fin­ger, im Gegen­teil. I’m a femi­nist, but ins­tead of pro­mo­ting this book I had to lis­ten to the #Three­Gay­Mi­cha­els epi­so­de over and over again. (Fol­ge 119, so ab Minu­te 15:22)

Der ergrei­fends­te Film? Genau genom­men ist es kein Film, aber es gibt nur die­sen einen Teil: „Nanet­te“ von Han­nah Gadsby. Wirk­lich gute Stan­dup-Come­dy, denn „Nanet­te“ ist nicht nur wit­zig und schlag­fer­tig, son­dern auch tief­sin­nig und ehr­lich bis es weh­tut.

Die bes­te Musik? Zwei Her­zen schla­gen da wie stets in mei­ner Brust. Da wäre einer­seits „Il dilu­vio uni­ver­sa­le“ von Michel­an­ge­lo Fal­vet­ti – ein von der Capel­la Medi­ter­ra­nea unter Rolan­do Gar­cía-Alar­cón bewegt ein­ge­spiel­tes Barock-Ora­to­ri­um über Noah und die Sint­flut, wel­ches nur zu gut Töne zur Hand­lung fand – und ande­rer­seits ist da „Stran­gers“ von The Youn­g’uns – kraft­vol­ler Folk, der anhand der Lebens­ge­schich­ten ein­zel­ner Per­so­nen den Huma­nis­mus preist.

Das schöns­te Kon­zert? Rufus Wain­w­right in der Licht­burg in Essen. Den woll­te ich schon immer mal live sehen und das War­ten hat sich gelohnt.

Die inter­es­san­tes­te Aus­stel­lung? „Aar­hus Sto­ry“. Allein für die Zeit­rei­se in die Ver­gan­gen­heit von Aar­hus seit sei­ner Grün­dung hat sich der Besuch von Den Gam­le By gelohnt, für „Under regn­bu­en“ (Unter dem Regen­bo­gen), eine Aus­stel­lung über Pla­ka­te und Ban­ner der LGBT-Bewe­gung seit ihren frü­hes­ten Anfän­gen, im Däni­schen Pla­kat­mu­se­um aber auch.

Der span­nends­te Thea­ter­be­such? Soll­te 2018 nicht bes­ser wer­den? Nu.

Der schöns­te Ort? St. Mar­tin in Nie­der­lauch. Fahrt hin und schaut selbst.

Das nötigs­te Gad­get? Mei­ne Bril­le. Ohne die fin­de ich sie selbst näm­lich auch nicht wie­der.

Die wich­tigs­te Erkennt­nis? Some men have vagi­nas. Get over it.

Die unwich­tigs­te, aber wit­zi­ge Erkennt­nis? Ich bin der Midas unter den Schrei­bern. Was immer ich berüh­re, wird blau. (Ich soll­te den Fül­ler wech­seln. Oder die Tin­te.)

Das bedeut­sams­te Spiel? Dixit. Es regt so schön die Fan­ta­sie an.

Die meis­te Zeit ver­bracht mit …? … Leben.

Die schöns­te Zeit ver­bracht mit …? … dem Wahl­vor­stand.

Vor­herr­schen­des Gefühl 2018? Auf­bruchs­stim­mung.

Zum ers­ten Mal getan? Eine Betriebs­rats­wahl orga­ni­siert.

Nach lan­ger Zeit wie­der getan? Demons­trie­ren gegan­gen.

Drei Din­ge, auf die ich gut hät­te ver­zich­ten kön­nen? Streit, Schmerz und Hass.

Die wich­tigs­te Sache, von der ich jeman­den über­zeu­gen woll­te? Dass jemand mehr kann als jemand sich der­zeit zutraut.

Das schöns­te Geschenk, das ich jeman­dem gemacht habe? Ein­la­dungs­kar­ten.

Das schöns­te Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Gemein­sa­me Zeit.

Der schöns­te Satz, den jemand zu mir gesagt hat? (Wenn ich den doch mal auf­ge­schrie­ben hät­te.)

Der schöns­te Satz, den ich zu jeman­dem gesagt habe? (Wenn ich den bloß auch auf­ge­schrie­ben hät­te.)

2018 war mit einem Wort? Durch­wach­sen.

Gute Vor­sät­ze für 2019? Die Ärmel hoch­krem­peln und anpa­cken.

Foto: Gun­nar Grim­nes – CC-BY – flickr.com

1 Kommentar zu “Das war das Jahr, das war: 2018

  1. Pingback: Das war das Jahr, das war: 2019 | #reiseknick

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.