Ein roter Haltestellenmast am Straßenrand. Vor ihm verläuft der Asphalt, hinter ihm beginnt das Feld, auf welchem noch grünes Getreide wächst.

Die Richtung stimmt – #reiseknick2018, Tag 2

Hat­te ich nicht am Vor­abend noch gedacht, ich wür­de eine ruhi­ge Nacht haben kön­nen? Weit gefehlt. Pünkt­lich zur Abend­däm­me­rung schal­te­te ein Schwarm Glüh­würm­chen sei­ne Lich­ter ein und über­gab den dra­ma­tur­gi­schen Staf­fel­stab an die Säu­ge­tie­re. Erst raschel­te es lei­se im Gehölz, dann röhr­te es in der Fer­ne, schließ­lich raschel­te es laut im Gehölz und als die Fau­na schließ­lich zur Ruhe kam, küm­mer­te sich der Him­mel um das don­nern­de Fina­le, ehe mich das Plät­schern des Regens doch noch in die Schlaf zu brin­gen ver­moch­te. Stadt­kind meets Natur. Wie wenig doch für ein biss­chen Adre­na­lin reicht.

Unterwegs

Am Mor­gen wuss­te ich dann auch, wel­che mei­ner Taschen was­ser­dicht war – und wel­che lei­der nicht. Natür­lich war es die mit den Kla­mot­ten. Aber was wäre schon ein Fahr­rad­ur­laub ohne klam­me Fahr­rad­ho­sen? Rich­tig: ein Fahr­rad­ur­laub ohne klam­me Fahrradhosen.

Die schon früh sehr kräf­ti­ge Son­ne tat ihr zum Glück das, was sie am bes­ten kann. Kaum saß ich im Sat­tel, war schon fast alles wie­der tro­cken. Bei Scherm­beck ergab sich die Gele­gen­heit für ein Früh­stück, danach ging es über die Lip­pe an den Wesel-Dat­teln-Kanal, dem ich bis Fried­richs­feld folg­te. Hin­ter Spel­len mach­te ich eine wei­te­re Pau­se, ehe ich die Emscher­mün­dung erreicht. Hat­te ich die Emscher bis dato nur als halb­wegs klei­ne, kana­li­sier­te Köt­tel­be­cke erlebt, fand ich sie nun als ansehn­lich rau­schen­de, gro­ße Köt­tel­be­cke wie­der. Was freu­te ich mich auf den Tag, an dem sie voll­stän­dig rena­tu­riert ist.

Ein blauer Cubebot sonnt sich auf einem blauen Mikrofaser-Handtuch. Im Hintergrund sind grüne Sträucher.

Auf die Emscher­mün­dung folg­te die Fäh­re von Alt-Walsum nach Orsoy und dar­auf ein ziem­li­ches Gegur­ke durch Moers, wel­ches mir immer­hin auf dem Fried­hof von Repe­len das Auf­fül­len mei­ner bedroh­lich nied­ri­gen Was­ser­vor­rä­te ermög­lich­te. Die letz­ten Kilo­me­ter vor­bei an Kapel­len waren ähn­lich unspek­ta­ku­lär. Doch wo soll­te ich nur mein Lager auf­schla­gen? Das Land war flach, die Bäu­me eher spar­sam ver­teilt und zumeist auch eher als Stra­ßen­be­gleit­grün ange­legt. Letzt­lich ver­schlug es mich in den Schat­ten des Hül­ser Bergs – wenn man denn eine 63 Meter hohe Erhe­bung „Berg“ nen­nen will. Toms Hüt­te soll­te es wer­den, jeden­falls trug mein Heim für die­se Nacht auf Komoot die­sen Namen. Eine Schutz­hüt­te war es, sechs­eckig, mit Dach und eini­ges Wän­den; genug für mich für eine Nacht.

Die Strecke

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