Ein Mann sitzt oberkörperfrei auf einem Steg und angelt in einem See. Die Bäume hinter ihm und am Horizont sind grün, der Himmel blau.

Züge, Ziegen, Zensationen – #reiseknick2018, Tag 3

Was schreibt man über einen Tag, von dem es nicht viel zu erzäh­len gibt? Nichts? Nein. Wir sind ja schließ­lich im Inter­net. Des­halb noch ein klei­ner Rück­griff auf ges­tern: Ganz so toll wie erhofft war die Nacht dann doch nicht, erwies sich die Bank näm­lich als ein biss­chen zu schmal. Da wur­de ich dann mehr als nur ein­mal wach und konn­te mich nur mit Müh’ und Not vor dem einen oder ande­ren Absturz bewah­ren. An Flo­ra und Fau­na lag es also dies­mal nicht, dass mei­ne cam­ping-typi­sche Ver­wahr­lo­sung im Plan lag.

Unterwegs

Was nicht im Plan lag, war mei­ne Rou­te, denn Orts­na­men gibt’s …. Aber wer „Neu­kir­chen-Vluyn“ sagt, soll­te zu „Nirm“ bes­ser schwei­gen – und dass Nirm an der Wurm liegt, macht die Sache nicht bes­ser. Dabei wäre ich fast nicht dort gelan­det. Der Weg war das übli­che Zick­zack einer Per­son, die nur einen gro­ben Plan im Kopf hat­te und sich sonst wohl über­wie­gend von der Son­ne lei­ten ließ. Was im frei­en Feld viel­leicht funk­tio­nie­ren moch­te, schei­ter­te im Land der Stra­ßen und Auto­bah­nen. Erst ging es um Kem­pen her­um, dann doch ein Stück­chen hin­ein. Erst ging es in Rich­tung Süch­teln, dann doch nach Gref­rath. Dass ich den Weg durch Lob­be­rich und Brüg­gen fand, war wohl eher ein glück­li­cher Zufall als das Ergeb­nis von Navi­ga­ti­ons­küns­ten. Den Weg zum Prüf­cen­ter Weg­berg-Wil­den­rath hät­te ich sicher­lich deut­lich kür­zer haben kön­nen. Nur so viel: im Vor­bei­fah­ren sieht man dort nicht viel. Der sei­ne Test­run­den dre­hen­de RRX war aber den­noch eine schö­ne Über­ra­schung. Dort ange­kom­men, dach­te ich aber auch noch, ich könn­te mein Lager am Adol­fo­see bei Rat­heim auf­schla­gen. Welch’ Irrtum!

Ada, mein blauer Cubebot, steht vor der Schüssel des Trangia-Kochers. In der Schüssel befindet sich mein Abendessen: halbierte Tortelloni mit Tomaten.

Statt eines Lager­plat­zes fand ich dort nur aus­dau­ern­den Nie­sel­re­gen, der nur stär­ker wer­den woll­te. Ich sah mich schon unter einer Auto­bahn­brü­cke in der Nähe näch­ti­gen, ent­schied mich dann aber doch für eine nahe­ge­le­ge­ne Schutz­hüt­te. Lei­der erwies sich die als nicht son­der­lich geeig­net für ein Nacht­la­ger, wes­we­gen ich dann doch wei­ter­fuhr. Nur zwei Orte spä­ter fand ich dann einen Weg­wei­ser nach Lin­nich, was ich ursprüng­lich mal als Tages­ziel ange­peilt hat­te. Auch wenn ich nicht dort ankom­men soll­te, war das doch ein klei­ner Licht­blick kurz vor Ende eines typisch uner­gie­bi­gen drit­ten Tour­ta­ges, denn Nirm soll­te mir nach 109 Kilo­me­tern doch rei­chen. Vor mir lag die Wurm, die zumin­dest für eine kal­te Kat­zen­wä­sche reich­te, hin­ter mir lag Nirm und ich lag unter dem Dach einer Hüt­te, die bei wei­tem nicht die Erwar­tun­gen erfüll­te, ich die mir von ihrer Vier-Ster­ne-Bewer­tung auf Goog­le erhofft hat­te – aber ich war ja nicht im Wellness-Urlaub.

Die Strecke

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