Blick hoch zum Pylon der Erasmusbrücke in Rotterdam. Die hellgrauen Seile und das hellgraue Pylon setzen sich gegen den strahlend blauen Himmel ab.

Das war das Jahr, das war: Jahresrückblick 2025

Schon wie­der ist ein Jahr um. Auch wenn es vie­le ande­re, und viel­leicht auch bes­se­re Momen­te gäbe um inne­zu­hal­ten, will ich doch die­ses Alt­jahrs­abend nut­zen, um auf das abge­lau­fe­ne Jahr zurück­zu­bli­cken, ehe ich mich in das neue Jahr stür­zen werde.

Wie 2026 wird, kann ich nicht sagen. Wie der Jah­res­rück­blick wird, weiß ich aber recht gut … (… sag­te er, bevor er tat­säch­lich schrieb, was ihr nun lesen könnt). Ich habe also den Rück­blick von 2024 (sie­he auch: 2023, 2022, 2021, 2020, 2019, 2018, 2017, 20162015201420132012) wie­der aus der Gara­ge geholt, ihn gerei­nigt und gefet­tet und die alten Ant­wor­ten durch neue ersetzt. In die­sem Sin­ne: Abfahrt!

Mehr Koh­le oder weni­ger? Es kommt mehr rein …

Mehr aus­ge­ge­ben oder weni­ger? … aber es geht auch mehr raus.

Mehr bewegt oder weni­ger? Kommt auf das Ver­kehrs­mit­tel an.

Der schöns­te Moment? … ver­weil­te nicht, er war zu schön.

Das ein­drück­lichs­te beruf­li­che Erleb­nis? Ein Aus­flug nach Wies­ba­den. Ja, das ist auch eine schö­ne Stadt, aber der Work­shop war noch bes­ser, und von den Räum­lich­kei­ten kann man sich auch ein wenig abschauen.

Der hirn­ris­sigs­te Plan? Sich bei der Rou­ten­pla­nung auf Komoot zu ver­las­sen. Ein klas­si­scher Fall von „Play stu­pid games. Win stu­pid prizes.“

Die gefähr­lichs­te Unter­neh­mung? Bahn­fah­ren. Obwohl: gefähr­lich ist dar­an nur, eine ereig­nis­lo­se Zeit zu erwarten.

Der bes­te Sex? Jo.

Die teu­ers­te Anschaf­fung? Am Stück: ein Kli­ma­ge­rät. Gestü­ckelt und mit ein biss­chen Fan­ta­sie: eine hal­be Bahn­Card 100 … So viel, wie ich in die­sem Jahr mit der Bahn gefah­ren bin, haut das zusam­men mit dem Deutsch­land­ti­cket schon hin.

Das leckers­te Essen? Abend­essen auf Schloss Krickenbeck.

Das beein­dru­ckends­te Buch? „A Histo­ry of the Roman Empire in 21 Women“ – ein Buch über die Geschich­te des römi­schen Reichs, das eben nicht von Krie­gen, Sena­to­ren, Mord und Tot­schlag erzählt, jeden­falls nicht nur, denn natür­lich waren auch die Frau­en im Römi­schen Reich von den „gro­ßen“, „berich­tens­wer­ten“ Din­gen betrof­fen. Klar geht es auch um die bekann­ten Eck­da­ten, die man in der Schu­le mal ken­nen­ge­lernt haben könn­te, aber da sind auch vie­le neue Ein­bli­cke und Per­spek­ti­ven dabei. Was das Buch aber für mich so beson­ders macht, ist dass ich der Autorin Dr. Emma Sout­hon förm­lich ihre „zero fucks given“-Attitüde, ein herz­haf­tes „Oah, Män­ner!“ zwi­schen den Zei­len, nein AUS den Zei­len ent­neh­men kann, und dass sie sich trotz­dem nicht all­zu ernst nimmt. Um nur eine Stel­le über die Grün­dung Roms zu zitie­ren: “Like all new spaces that seem full of oppor­tu­ni­ty for tho­se who have litt­le to lose (the Wild West, cryp­to­cur­ren­ci­es), ear­ly Rome pri­ma­ri­ly attrac­ted men of a — shall we say — chal­len­ging tem­pe­ra­ment.” Oder über die Ves­ta­lin­nen (römi­sche Pries­te­rin­nen, die u.a. Hei­lig­tü­mer im Tem­pel der Ves­ta zu bewa­chen hat­ten): “Now the reason I’m tel­ling you this, even though it is not strict­ly rele­vant, is that the sacred objects were kept in a spe­cial room, a room only the­se six lifel­ong vir­gins could legal­ly enter, the­se women who would never expe­ri­ence the touch of a man. The Romans cal­led that room the penus. Now straight back to the important stuff. […] In cer­tain ways, the Ves­tals — with their pro­tec­tion of the hearth and the penus (stop it) — were Rome.” In ande­ren Wor­ten: Ja, das Buch ist inter­es­sant, aber es ist auch lus­tig – und das ist viel­leicht für ein Buch, das einen alt­be­kann­ten The­ma eine neue Per­spek­ti­ve abge­win­nen will, viel­leicht nicht die schlech­tes­te Kom­bi­na­ti­on. Und wer vor­her noch ein biss­chen was über das Buch hören will, kann das in die­ser Pod­cast-Fol­ge von Geschich­ten aus der Geschich­te tun.

Der ergrei­fends­te Film? Ich war tat­säch­lich wie­der mal im Kino, für „Juras­sic World Rebirth“. Well. Net­tes Pop­corn-Kino, das dem übli­chen Sche­ma folgt und alt­be­kann­te Kli­schees auf­wämt. Wenn man dar­über hin­weg sehen kann, ist es aber den­noch ganz okaye Unter­hal­tung. Im Gro­ßen und Gan­zen war 2025 aber eher ein Serien-Jahr.

Die bes­te Musik? „In exitu Isra­el“ von Jean-Joseph Cas­sa­néa de Mon­don­ville, der als Zeit­ge­nos­se von Jean-Phil­ip­pe Rameau zeit­wei­lig im Dunst­kreis des Hofs von Lud­wig XV. wirk­te und vor allem für Grands Motets (wie die eben erwähn­te) bekannt wur­de. Noch mehr Barock und noch fran­zö­si­scher kann es kaum wer­den, und wenn es davon mehr als nur das Digi­ta­li­sat des Ori­gi­nal­ma­nu­skripts online gege­ben hät­te, hät­te ich nie­mals den Ehr­geiz gefasst, das Ding set­zen zu wol­len. Die ers­ten drei Sät­ze hab ich schon, der vier­te (und in mei­nen Augen auch schöns­te) ist aktu­ell in Arbeit.

Das schöns­te Kon­zert? Her­man van Veen in Neun­kir­chen. Dass ich den noch­mal sehen und hören wür­de – und er hat nichts von sei­ner Magie ver­lo­ren; er und Edith Leer­kes und alle, die an die­sem tol­len Abend betei­ligt waren.

Die inter­es­san­tes­te Aus­stel­lung? Fand auch in die­sem Jahr wie­der ohne mich statt.

Der span­nends­te Thea­ter­be­such? Fand auch in die­sem Jahr wie­der ohne mich statt.

Der schöns­te Ort? Utrecht, my love.

Das nötigs­te Gad­get? Die Kame­ra. Wie sonst soll ich denn Hun­de fotografieren?

Die wich­tigs­te Erkennt­nis? Manch­mal kann man mit ganz wenig Ein­satz ganz viel bewirken.

Die unwich­tigs­te, aber wit­zi­ge Erkennt­nis? „Es ist selt­sam: An Tagen, an denen ich ein Dub­be­glas am Schreib­tisch ste­hen habe, schaf­fe ich es ohne Mühe mehr zu trin­ken als an ande­ren Tagen.“

Das bedeut­sams­te Spiel? Knif­fel, denn es bringt Leu­te zusam­men, und das ohne gro­ßen Aufwand.

Die meis­te Zeit ver­bracht mit …? … dem Hund.

Die schöns­te Zeit ver­bracht mit …? … C. 

Vor­herr­schen­des Gefühl 2025? Hof­fen und bangen.

Zum ers­ten Mal getan? Stamm­zel­len gespen­det. Rein vom Pro­ze­de­re her ist das alles halb so wild, zumal es in der Theo­rie recht sim­pel ist. Erst wur­de geschaut, wann es mir und der ande­ren Per­son bzw. deren Kli­nik passt, dann wur­de geschaut, wel­che Kli­nik hier zu dem gewünsch­ten Datum Zeit und Platz für die Stamm­zel­len­spen­de hat­te. Als das klar war, gab es einen Ter­min für ein gründ­li­ches Check-Up (Ana­mne­se, Blut­druck, Tem­pe­ra­tur, EKG, Ultra­schall, Blut- und Urin­pro­be), bei dem mir auch das gan­ze Ver­fah­ren erklärt wur­de. Spoi­ler Alert: dass das Rücken­mark unter Voll­nar­ko­se ange­zapft wird, pas­siert nur noch in rund 10 Pro­zent der Fäl­le. Die ande­ren 90 Pro­zent fin­den in Form einer Apha­re­se statt, also qua­si ähn­lich zur Dia­ly­se. Nach etwa zwei Tagen waren alle Blut­wer­te geprüft und ich aus ärzt­li­cher Sicht zur Spen­de frei­ge­ge­ben. Der nächs­te Schritt wäre dann ab dem vier­ten Tag vor der Spen­de die Gabe eines Medi­ka­ments gewe­sen, das die Stamm­zel­len aus dem Kno­chen­mark ins Blut geschwemmt hät­te. Da aber aus medi­zi­ni­schen Grün­den die Spen­de mehr­mals ver­scho­ben wer­den muss­te, soll­te es mehr als ein hal­bes Jahr dau­ern, bis es dann tat­säch­lich so weit war. Die belieb­tes­te Neben­wir­kung – Grip­pe­sym­pto­me wie Glie­der­schmer­zen und Schlapp­heit – hab ich natür­lich auch mit­ge­nom­men. Die Spen­de selbst war dann so unspek­ta­ku­lär wie der Pro­zess an sich auch: man woll­te noch eine Blut­pro­be, um abschät­zen zu kön­nen, wie lan­ge ich an die Apha­re­se-Maschi­ne muss­te, und dann lag ich da für viel­leicht vier Stun­den und ließ mir die Stamm­zel­len aus dem Blut fil­tern. Danach gab es Mit­tag­essen, eine Bestä­ti­gung, dass ich genü­gend Stamm­zel­len gespen­det habe (das kann manch­mal auch anders sein, zum Bei­spiel, wenn die Spen­de von einer klei­nen, zier­li­chen Per­son für einen gro­ßen, schwe­ren Hünen ist), und ein klei­nes Dan­ke­schön. Und das war es auch schon. … Das muss man sich mal vor­stel­len: vor zehn Jah­ren hab ich mir so ein Test­set bei der DKMS bestellt und mir ein Wat­te­stäb­chen in den Mund gescho­ben, und jetzt ist es da eine Per­son, die dadurch eine Chan­ce bekom­men hat, doch nicht an Blut­krebs ster­ben zu müs­sen. Und alles, was es mich gekos­tet hat, war ein biss­chen mei­ner Zeit, ein biss­chen Über­win­dung (ich mag halt kei­ne Nadeln), und ein paar Mil­lio­nen Stamm­zel­len. Den Ver­dienst­aus­fall, Anrei­se, Über­nach­tung und Ver­pfle­gung über­nimmt die DKMS. Wer­bung Ende.

Nach lan­ger Zeit wie­der getan? Jeman­den von der Arbeit pri­vat ken­nen­ge­lernt. Es ist … bereichernd.

Drei Din­ge, auf die ich gut hät­te ver­zich­ten kön­nen? Ver­schie­bun­gen, Ver­spä­tun­gen, ver­sun­ke­ne Waschküchenböden.

Die wich­tigs­te Sache, von der ich jeman­den über­zeu­gen woll­te? Die­ses Jahr muss­te ich kaum Über­zeu­gungs­ar­beit leisten.

Das schöns­te Geschenk, das ich jeman­dem gemacht habe? Ein paar Stamm­zel­len. (Sor­ry, C. Damit kann nicht ein­mal ein Air­fry­er mithalten.)

Das schöns­te Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Eine Zug­fahrt nach Elmstein.

Der schöns­te Satz, den jemand zu mir gesagt hat? (Ich bin so schlecht dar­in, mir sol­che Din­ge zu mer­ken. Ich soll­te sie aufschreiben.)

Der schöns­te Satz, den ich zu jeman­dem gesagt habe? (Ich bin so schlecht dar­in, mir sol­che Din­ge zu mer­ken. Ich soll­te sie aufschreiben.) 

2025 war mit einem Wort? Hinhaltend.

Gute Vor­sät­ze SMAR­Te Zie­le für 2026? Bis Ende Janu­ar will ich in der Fahr­schul-App eine grü­ne Ampel haben und zur Vor­prü­fung ange­mel­det sein. Bis Ende Febru­ar will ich dann die Theo­rie-Prü­fung bestan­den haben. Bis Ende Mai will ich so viel Fahr­pra­xis gesam­melt haben, dass ich zur prak­ti­schen Füh­rer­schein­prü­fung ange­mel­det bin.

Foto: Sicco2007 – CC-BY-NC-ND 2.0 – flickr.com

0 Kommentare zu „Das war das Jahr, das war: Jahresrückblick 2025

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert