Abgeerntetes und durchgepflügtes Getreidefeld in der Abendsonne. Am Horizont stehen Windräder vor dem nicht mehr blauen Himmel.

Das war das Jahr, das war: 2021

Schon wie­der ist ein Jahr um. Auch wenn es vie­le ande­re, und viel­leicht auch bes­se­re Momen­te gäbe um inne­zu­hal­ten, will ich doch die­ses Alt­jahrs­abend nut­zen, um auf das abge­lau­fe­ne Jahr zurück­zu­bli­cken, ehe ich mich in das neue Jahr stür­zen werde.

Wie 2022 wird, kann ich nicht sagen. Wie der Jah­res­rück­blick wird, weiß ich aber recht gut … (… sag­te er, bevor er tat­säch­lich schrieb, was ihr nun lesen könnt). Ich habe also den Rück­blick von 2020 (sie­he auch: 2019, 2018, 2017, 20162015201420132012) wie­der aus der Gara­ge geholt, ihn gerei­nigt und gefet­tet und die alten Ant­wor­ten durch neue ersetzt. In die­sem Sin­ne: Abfahrt!

Mehr Koh­le oder weni­ger? Mehr oder weni­ger mehr.

Mehr aus­ge­ge­ben oder weni­ger? Nicht weni­ger. Ein Umzug kos­tet Geld, der dau­er­haf­te Umstieg aufs Home­of­fice auch.

Mehr bewegt oder weni­ger? Mehr. Es galt (und gilt) ein neu­es Fleck­chen Erde zu erkunden.

Der schöns­te Moment? Die zwei Wochen mit Kerl und Hund, auch wenn der Hund nur eine Leih­ga­be war.

Das ein­drück­lichs­te beruf­li­che Erleb­nis? So ein Design-Manu­al für eine gar nicht mal so klei­ne Mar­ke macht sich nicht über Nacht – selbst wenn nur der Sta­tus quo fixiert wer­den soll. Am Ende wur­den es rund 150 Sei­ten, und auch wenn noch immer nicht alles fest­ge­zurrt ist und im Lauf der Kor­rek­tur­schlei­fen vie­les ver­än­dert wur­de, freue ich mich auf den Tag, an dem es end­lich so weit sein wird. Kann sich ja nur noch um Mona­te handeln.

Der hirn­ris­sigs­te Plan? Ohne Füh­rer­schein und ohne Umzugs­un­ter­neh­men den Lebens­mit­tel­punkt 300 Kilo­me­ter nach Süden ver­la­gern zu wol­len. Spoi­ler: Es hat geklappt … aber fragt nicht, wie.

Die gefähr­lichs­te Unter­neh­mung? Ein Kon­zert inmit­ten einer Pan­de­mie. Um mich her­um nichts als alte Leu­te, aber am Sitz­platz muss man ja kei­ne Mas­ke tra­gen, selbst dann nicht, wenn man dicht an dicht hockt. Bekann­ter­ma­ßen kann das Virus ja nicht weni­ger als andert­halb Meter über dem Boden über­le­ben, da reicht die Mas­ke beim Umher­lau­fen. Sel­ten war ich fro­her über mei­ne FFP3-Mas­ken. Sel­ten habe ich mir mehr Sor­gen um mei­ne Mit­men­schen gemacht.

Der bes­te Sex? Jou.

Die teu­ers­te Anschaf­fung? Ein Umzug. Was man da alles so für Aus­ga­ben hat … braucht kein Mensch. Wenn Umzü­ge nicht so teu­er wären, wür­den wahr­schein­lich viel mehr Men­schen ihren Träu­men fol­gen können.

Das leckers­te Essen? Ein Keschde-Rot­wein-Kuchen wahr­schein­lich aber auch nur, weil es mei­ne ers­ten selbst geern­te­ten Ess­kas­ta­ni­en waren. (Und was für eine Qual es war. War­um haben wir noch gleich drei Kilo von dem Zeug gesammelt?)

Das beein­dru­ckends­te Buch? „The Mid­ni­ght Libra­ry“ von Matt Haig. Wie kaum ein ande­res Buch (abge­se­hen viel­leicht von mei­ner gelieb­ten Mevrouw Vero­na) ist es eine so leicht­fü­ßi­ge und hoff­nungs­vol­le Ode an das Leben im Ange­sicht des Todes.

Der ergrei­fends­te Film? 2021 war wohl eher ein Seri­en-Jahr, denn abge­se­hen vom neu­es­ten James Bond und „News of the World“ kann ich mich an kei­nen Film erin­nern, der mir groß im Gedächt­nis geblie­ben wäre. Ers­te­rem tat die schrei­ben­de Hand von Phoe­be Wal­ler-Bridge nur gut, letz­te­rem das lang­sa­me Erzähl­tem­po und die Hand­lung, die ohne gro­ße Wor­te, aber mit umso grö­ße­ren Bil­dern erzählt wurde.

Die bes­te Musik? „HINÜBER“ von Mine. Es passt ein­fach zu gut auf die Zei­ten, in denen wir leben. Wenn es nur mehr Hoff­nung gäbe.

Das schöns­te Kon­zert? Es war zugleich die hirn­ris­sigs­te Unter­neh­mung in die­sem Jahr: ein Kon­zert bei den Tagen Alter Musik in Her­ne. Schee war’s, aber die Umstän­de … aiaiai. Nichts­des­to­trotz war „Enea in Cao­nia“ von Johann Adolf Has­se ein schö­nes Feu­er­werk an vor­wärts trei­ben­den Arien.

Die inter­es­san­tes­te Aus­stel­lung? Fand aus Grün­den nicht statt.

Der span­nends­te Thea­ter­be­such? Fiel aus Grün­den auch aus.

Der schöns­te Ort? Der Künigs­stuhl auf dem DOn­ners­berg im Schnee.

Das nötigs­te Gad­get? Mein höhen­ver­stell­ba­rer Schreib­tisch. Mal beim Arbei­ten ste­hen zu kön­nen ist eine wah­re Won­ne für jeman­den, der sonst nur sit­zen würde.

Die wich­tigs­te Erkennt­nis? Dass man vorm Smart­pho­ne-Reset dar­an den­ken soll­te, von wirk­lich allem ein Back­up gemacht zu haben.

Die unwich­tigs­te, aber wit­zi­ge Erkennt­nis? Am Ende ist mein Leben auch nur ein Best of aus Ver­satz­stü­cken von Pro­gram­men von Kon­rad Bei­kir­cher, Jochen Malms­hei­mer und den Missfits.

Das bedeut­sams­te Spiel? Pha­se 10. Geht immer. Ärgert immer den Richtigen.

Die meis­te Zeit ver­bracht mit …? … der Arbeit 

Die schöns­te Zeit ver­bracht mit …? … C. 

Vor­herr­schen­des Gefühl 2021? Ver­hal­te­ner Optimismus.

Zum ers­ten Mal getan? Stol­len gebacken.

Nach lan­ger Zeit wie­der getan? Duo­lin­go bemüht.

Drei Din­ge, auf die ich gut hät­te ver­zich­ten kön­nen? Den Leih­hund zurück zu geben. Stei­gen­de Inzi­den­zen. Armin Laschet.

Die wich­tigs­te Sache, von der ich jeman­den über­zeu­gen woll­te? Dass die Woh­nung gar nicht mal so schlecht ist, obwohl sie im Dach­ge­schoss liegt.

Das schöns­te Geschenk, das ich jeman­dem gemacht habe? Eine gemein­sa­me Wohnung.

Das schöns­te Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Eine gemein­sa­me Wohnung.

Der schöns­te Satz, den jemand zu mir gesagt hat? (Ich bin so schlecht dar­in, mir sol­che Din­ge zu mer­ken. Ich soll­te sie aufschreiben.)

Der schöns­te Satz, den ich zu jeman­dem gesagt habe? (Ich bin so schlecht dar­in, mir sol­che Din­ge zu mer­ken. Ich soll­te sie aufschreiben.) 

2021 war mit einem Wort? Ernüchternd.

Gute Vor­sät­ze für 2022? Haltung.

Foto: Jim Choa­te – CC-BY-NC-ND – flickr.com

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